|
Auszug (letzter Paragraph) aus: 'Mit dem Ruecken (…)', Texte zur Kunst, 1995
"Am Ende des Dualismus: Architektur als Medium?" Hilft jetzt nur noch, das Unumgängliche anzuerkennen? Welche Rolle
fällt der Architektur im Rahmen der bildenden Kunst zu, nachdem
das Scheitern ihrer Liaison offenkundig geworden ist? Eine Antwort gibt
Fareed Armaly. An Strategien anschliessend, wie sie von Dan Graham und
Michel Asher entwickelt worden sind, transformiert Armaly das künstlerisch-konzeptuelle
Instrumentarium der Vorgängergeneration. Obwohl auch seine Beschäftigung
mit Architektur umeine Kritik der Ideologie von Gebäuden und Institutionen
kreist, artikuliert er diese Kritik weder so unnachgiebig direkt wie
Asher, noch pflegt er einen thesenhaften Essayismus der Art von Graham.
Armalys Ausstellungen `Orphée 1990’ (M.C.C. Saint Etienne,
1990), `Contact’ (Galerie Christian Nagel, Köln, 1992), `Brea-kd-own’
(Palais des beaux-arts, Brüssel, 1993) dokumentiert eher ein Interesse
daran, wie Situationen kultureller Vermittlung kumulieren. Die ortsspezifische
Intervention gibt sich dabei immer gleichzeitig als Konstruktion und
Rekonstruktion zu erkennen. Der theoretische-ästhetische Standpunkt,
von dem aus Architektur und Geschichte des Maison de la Culture et de
la Communication in Saint-Etienne bearbeitet wurde, ist nur schwer einer
bestimmten Denkschule oder gar einer einschlägigen polemischen
Position zurechenbar. Ausstellung und Katalog lenkten die Aufmerksamkeit
der Besucher, so dass diese zwar keiner streng logisch angelegten Argumentation
folgen mussten, dafür aber auf die vorgegebene, sich selbst nur
indirekt thematisierende Ordnung angewiesen, in der sich die Interessen
des Künstlers, die dem Imaginären der französischen Kultur
in den fünfziger und sechziger Jahren galten, organisiert hatten. Auszug aus: `Mit dem Rücken (..) ‚ T. Holert, TZK, 1995
[2/2
|