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Titel: Relatives Scheitern? Ein Gespräch mit dem französischen Kurator
Yves Aupetitalot (..)
Autor: Hedwig Saxenhuber
Quelle:Auszug (letzter Frage) aus springer, Band III Heft 3/97
Auszug (letzter Frage) aus: springer, Band III Heft 3/97
"Relatives Scheitern? - Ein Gespräch
mit dem französischen Kurator
Yves Aupetitallot über seine Arbeit mit
künstlerischen Positionen
der siebziger und neunziger Jahre"
Hedwig Saxenhuber
H.S.: Als du 1992 gemeinsam mit Christian Philipp Müller das Projekt
in der »Unitè d'Habitation« von Le Corbusier in Firminy
durchführtest schien es, als sei die Befragung von Utopien der
Moderne ein Thema, um das sich eine breite Allianz von künstlerischen
Interessen bilden ließe. Mittlerweile scheint diese Allianz zerbrochen.
Warum?
Y.A.: Das Projekt in der Unitè betraf gut dreißig Künstlerlnnen.
Von Beginn an war Fareed Armaly, mehr noch als Christian Philipp Müller,
mein bevorzugter Gesprächspartner. Das Besondere an diesem Projekt
lag gewiss darin, die Künstlerlnnen von Beginn an in die analytische
Konzeption einzubeziehen; sogar zur Definition des Projektes hat jede/r
der eingeladenen Künstlerinnen mehr oder weniger beigetragen.
Die Utopien, für die das Gebäude von Le Corbusier steht, sind
faktisch am Zerfallen, sowohl die Idee der »Vereinigung der Künste«
als auch die Gesellschaftsutopie. Das Projekt von Firminy hat nicht
versucht, diese überkommenen Positionen des utopischen Modernismus
wiederzubeleben. Es ging darum, einer Gruppe von Künstlerinnen
konkretes Material in die Hand zu geben, mit dem sie innerhalb eines
zugleich realen und symbolischen Kontextes eine experimentelle Forschung
unternehmen können, die einer komplexen Wirklichkeit gerecht wird.
Den Kern des Ganzen bildete die Befragung der Rolle der Kunst und ihres
Publikums in ihrem Verhältnis zur Gesellschaft, nicht die Trauerarbeit
um verflossene Utopien. In dieser Hinsicht steht, neben anderen, Fareed
Armalys Arbeit für Firminy stellvertretend für das gesamte
Projekt.
Übersetzung: Roger M. Buergel
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